Neun Wochen für eine Sägelinie
Eine bestehende Sägelinie umfassend modernisieren und die Produktionsunterbrechung auf ein Minimum begrenzen: Vor dieser Herausforderung stand das Sägewerk Karl Streit in Hausach. Gemeinsam mit LINCK gelang die Umsetzung in nur neun Wochen – und damit eine Woche schneller als ursprünglich geplant.
Bewährte Technik.
Neue Anforderungen.
Das Sägewerk Karl Streit in Hausach setzt seit Jahrzehnten auf Sägewerkstechnik von LINCK. Doch mit der Zeit stellten die bestehende Steuerungs- und Elektrotechnik sowie die zunehmend schwierige Ersatzteilversorgung den Betrieb vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig sollten die Effizienz und die Holzausbeute weiter verbessert werden, ohne die hohe Flexibilität beim Einschnitt einzuschränken. Denn das Sägewerk produziert ausschließlich auftragsbezogen und muss unterschiedlichste Anforderungen an sein Schnittholz erfüllen. Die Entscheidung fiel deshalb auf eine umfassende Modernisierung der bestehenden Sägelinie. Dabei ging es nicht darum, Bewährtes vollständig zu ersetzen, sondern vorhandene Technik gezielt mit neuen Lösungen zu kombinieren.
Die zeitliche Vorgabe war klar: Der Umbau sollte innerhalb von maximal zehn Wochen abgeschlossen werden, um den Produktionsstillstand so kurz wie möglich zu halten. Nach einer intensiven Planungsphase begannen die Arbeiten am 22. November 2024. Neben umfangreichen mechanischen Anpassungen wurde die gesamte Elektrotechnik der Sägelinie erneuert. Rund acht Tonnen Kabel wurden verlegt. Zeitweise waren etwa 70 externe Fachkräfte an den Umbauarbeiten beteiligt. Eine präzise Koordination, aufeinander abgestimmte Arbeitsabläufe und der Einsatz im Schichtbetrieb waren entscheidend für den Projekterfolg. Das Ergebnis: Bereits am 27. Januar 2025 konnte das erste Holz wieder über die modernisierte Sägelinie gefahren werden – nach nur neun Wochen und damit eine Woche früher als geplant.
Bestehende Anlagen intelligent weiterentwickeln
Ein zentraler Bestandteil des Modernisierungskonzepts war die gezielte Integration neuer Technologien in die vorhandene Sägelinie. So wurden bestehende Spanerkomponenten mit energieeffizienten IE5-Motoren und frequenzgeregelten Antrieben modernisiert. In Verbindung mit Rückspeiseeinheiten schafft dies die technischen Voraussetzungen für einen energieeffizienteren Anlagenbetrieb. Auch die Sägetechnik wurde weiterentwickelt. Im Vorschnitt kommt nun eine neue LINCK CSMK 425 A2/B2 zum Einsatz. Sie ermöglicht die Erzeugung von jeweils zwei Seitenbrettern pro Seite und erweitert damit die Möglichkeiten bei der Seitenwarenproduktion. Die bisherige Vorschnittkreissäge wurde nicht ausgemustert, sondern in den Nachschnitt integriert. Ergänzt durch neue Seitenware-Separierförderer, Drehvorrichtungen und Transporteinrichtungen entstand so eine aufeinander abgestimmte Anlagenkonfiguration. Dieses Konzept zeigt, worauf es bei der Modernisierung bestehender Sägelinien ankommt: vorhandene Potenziale nutzen, bewährte Komponenten erhalten und dort investieren, wo neue Technik einen konkreten Mehrwert bietet.
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Neben den mechanischen und elektrischen Maßnahmen entschied sich das Sägewerk Karl Streit für die LINCK-Volloptimierung. Ziel ist es, das vorhandene Rundholz möglichst effizient zu nutzen, die Ausbeutemöglichkeiten weiter zu verbessern und gleichzeitig die für den Betrieb wichtige Einschnittflexibilität zu erhalten. Auch die Sicherheitstechnik wurde im Zuge des Projekts modernisiert. Damit entstand eine technische Grundlage, um die bestehende Sägelinie langfristig unter veränderten Anforderungen weiterzubetreiben. Dass eine Modernisierung dieses Umfangs in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, war das Ergebnis intensiver Vorbereitung und enger Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die langjährige Partnerschaft zwischen Karl Streit und LINCK spielte dabei eine wesentliche Rolle. Die LINCK-Techniker waren mit der bestehenden Anlage vertraut und konnten diese Erfahrung unmittelbar in die Planung und Umsetzung einbringen. Klaus Henne vom Sägewerk Karl Streit bringt den gemeinsamen Projekterfolg auf den Punkt:
„Es war eine Meisterleistung von allen.“
Für LINCK zeigt dieses Projekt, dass eine zukunftsorientierte Modernisierung nicht immer einen vollständigen Anlagenneubau erfordert. Entscheidend ist eine Lösung, die auf die vorhandene Technik, die betrieblichen Anforderungen und die Ziele des Kunden abgestimmt ist.


