Die Presse über LINCK

Partner seit Generationen

Klaus Henne (Geschäftsleiter), Augustin Wölfle (Prokurist), Martin Huber (Linck) und Christof Steuerwald (Betriebsleiter) vor Streit-Holz (v. li.)

Bei Investitionen gilt: "Alles aus einer Hand"

Im Sägewerk Streit strahlt die Farbe „Linck-Grün“ von allen Seiten. Auch der Rundholzplatz wurde unlängst vom 50 km entfernten Maschinenbauer modernisiert. Damit wird eine seit über 100 Jahren andauernde Partnerschaft prolongiert.

Auf der Fahrt zum Sägewerk Streit, Hausach/DE, durchquert man den Schwarzwald. Sein Name stammt von den Römern, die das Gehölz aufgrund der dunklen Tannen Silva Nigra – schwarzer Wald – genannt haben, heißt es. Diese Tannen, oft knorrig gewachsen, finden seit 1865 ihren Weg in das Sägewerk Streit. Bevorzugt eingeschnitten werden dort freilich geradschaftige Fichten. Zwei Einschnittlinien (Gatter und Spaner) erlauben es aber, sehr flexibel auf das Rohmaterial einzugehen. Beim Werksbesuch biegt gerade ein mit Langholz beladener Nachläufer-Lkw in den Betrieb ein. Seine Fracht wird im Folgenden auf dem modernisierten Rundholzplatz übernommen. Die Anlagen dafür lieferte derselbe Ausrüster, auf den Streit auch in der Sägehalle vertraut: Linck Holzverarbeitungstechnik aus dem nur 50 km entfernten Oberkirch/DE. Beide Unternehmen verbindet eine Partnerschaft, wie man sie in der Branche nur selten findet. Seit über 100 Jahren schneidet Streit mit Linck-Anlagen ein. Zuletzt wurde diese Zusammenarbeit mit einer 2 Mio. €-Investition in den Rundholzplatz erneuert. Linck war Generalunternehmer. Der Oberkircher Maschinenbauer kümmerte sich damit nicht nur um die „Hardware“, sondern auch um die Erstellung und Umsetzung des Sicherheitskonzeptes oder die Integration eines neuen 3D-Scanners.

Bis zu 22 m lang sind die Bloche, aus denen 2,5 bis 9,5 m lange Schnittware produziert wird
Dieser Linck-Querförderer versieht seinen Dienst verlässlich seit drei Jahrzehnten

Rundholzplatz ist deutlich leiser. Ein Blick zurück: Vor 30 Jahren bezog das Sägewerk Streit das Areal am westlichen Ortsende von Hausach. Das Kinzigtal mit Bundesstraße und Bahnlinie war nie Ort der Stille. Trotzdem wurde bei der Erneuerung des Rundholzplatzes auf eine Geräuschreduktion geachtet, erklärt Dipl.-Kfm. Klaus Henne, geschäftsführender Gesellschafter des Sägewerkes. Linck ließ sich dazu einige intelligente Lösungen einfallen, wie beim Rundgang augenscheinlich wurde. Das bis zu 22 m lange Rundholz wird zunächst auf einen Querförderer abgelegt. Bei Bedarf kümmert sich eine Bruks-Anlage um die Wurzelanläufe. Dann wird der Strom geteilt. Langholz fließt nach links, kurze Bloche gelangen nach rechts. In beiden Fällen wartet je ein Valon Kone-Entrinder, der einen dampfenden Rindenhaufen in die kalte Winterluft spuckt. Das Langholz kommt auf einen weiteren Querförderer. Das ist das letzte Originalteil aus der 1982er-Installation und ein „Beleg für die Dauerhaftigkeit der Linck-Anlagen“ (Henne). Beim Quertransport schneidet eine Kreissäge den Stock sauber und plan. Danach gleiten die Bloche auf den Messförderer. Dort tastet ein Microtec-Dishape-Scanner mit Lasern die Form des Bloches ab. Auf Basis des 3D-Modells werden optimierte Kappschnitte gesetzt, wie Ing. Josef Poschenrieder in der Bedienwarte erklärt. Der erfahrene Mitarbeiter beurteilt die Qualität und Holzart. Dabei kann er jederzeit den Kapp-Vorschlag der Software überstimmen.

Unter der Haube arbeitet die Kappsäge für das Langholz wesentlich geräuscharmer
Kunststoff-Dämpfblöcke reduzieren den Lärm, den die abrollenden Bloche verursachen...
... Danach nehmen hydraulische Greifer das Holz auf und betten es auf den nächsten Förderer
Solche Dämpfelemente in den Füßen der Konstruktion verhindern dröhnenden Lärm

2,5 bis 9,5 m langes Schnittholz. Komplett eingehaust ist die neue Kappsäge. Die Abdeckung ist groß genug, dass das 2,1 m-Sägeblatt unter der Haube auf- und abgeschwenkt werden kann. Diese Maßnahme sei die augenscheinlichste, die Linck in der Lärmreduktion gesetzt hat, berichtet der Projektverantwortliche, Martin Huber. Der Linck-Mitarbeiter zeigt alsbald auf Lärm absorbierende Kunststoffblöcke, die entlang der Prallstellen zwischen dem Mess- und Kappförderer angeordnet sind. In weiterer Folge dämpfen bewegbare Greifer mit Hydraulikzylindern die abrollenden Bloche. Zudem ist die gesamte Konstruktion auf Geräusche vermindernden Dämpfungselementen gelagert, wie ein Blick unter die Fördereinheiten belegt. Nach der Kappung bringt ein Querförderer die Abschnitte zu einem 3D-Scanner. Dort treffen der Kurz- und der mittlerweile abgelängte Langholzstrom wieder aufeinander. Die Sägebloche werden noch einmal vermessen und auf die entsprechenden Boxen aufgeteilt. „Wir können hieraus 2,5 bis 9,5 m langes Schnittholz erzeugen, und zwar sehr flexibel. Das ist ein Service, den sonst kaum jemand bietet“, erklärt Henne ein gutes Verkaufsargument.

Sortiertes und unsortiertes Rundholz wird bei Streit in Hausach gesägt - Bloche bis 50 cm Zopf strömen über Förderband Nr. 1 zum Spaner, Starkholz kommt über Förderband Nr. 2 zur Gattersäge

Gleiche Maschinenfarbe innen und außen. Der Geschäftsführer schreitet zur Sägehalle, wo die Werksführung weitergeht. Innen wie außen tragen die Maschinen die gleiche grüne Linck-Farbe, wie man sie in leistungsfähigen Sägewerken weltweit antrifft. Förderbänder bringen das Rundholz zu zwei Sägemaschinen. Geringere Durchmesser (bis Zopf 50 cm) schneidet die Spanerlinie mit folgenden Linck-Aggregaten: • erster Spaner (Typ: V40) • zweiter Spaner (VM30) mit einer fliegenden Kreissäge (VK34), um die Seitenware bei Blochen über 6 m zu teilen • erstes Sägeaggregat (CSMK 375-A2/B2) • zweites Sägeaggregat (VS80) • Horizontalkreissäge (HKM360) • Mehrblattkreissäge (CSMK 325-A3/B3) Stärkere Ware nimmt einen anderen Weg: Eine Spaner-Gatter-Kombination fertigt Seitenbretter und zwei kerngetrennte Model. Letztere schleust der Bedienmann über einen Querförderer dann vor dem zweiten Spaner in die zuvor beschriebene Linie ein. Die Seitenware bekommt von einem Linck-Besäumer den letzten Schliff. Dann geht‘s zur Sortierung. 2002 montierten die Oberkircher in Hausach die letzte Sortier- und Stapelanlage, mit der man bei Streit sehr zufrieden ist. Henne bedauert, dass sich Linck aus dem Geschäftsfeld der Sortier- und Stapelanlagen zurückgezogen hat.

Eineinhalb Linck-Linien: Starkholz wird mit einer Spaner-Gatter-Kombination (1) geschnitten, deren Model über einen Querförderer (2) hinter dem ersten Spaner (3) in die Spanerlinie eingeschleust werden

Über Generationen gewachsenes Vertrauen. Nach der Werksführung erklärt der Streit-Geschäftsführer, wieso er auf Linck setzt: „Zwischen unseren Betrieben ist über Generationen ein Vertrauensverhältnis gewachsen. Linck ist ein sehr korrekter und zuverlässiger Partner.“ Weiters lobt Henne die Robustheit: Die stärkere Konstruktion machte sich wohl in den Investitionskosten bemerkbar. Ein Querförderer, der nach 30 Jahren noch in Betrieb ist, beweise aber, dass sich robuste Maschinen auszahlen. Doch nicht nur die Anlagen sollen lang leben. Bei langfristigen Investitionen müsse man sich auch fragen, ob der Ausrüster über die Jahre ein verlässlicher Partner bleibt. Das Sägewerk Streit gibt es seit fünf Generationen. Linck ist in Händen der vierten Generation. Kein Wunder, dass diese beiden Unternehmen die gegenseitige Verlässlichkeit nicht bezweifeln.

Sägewerk Karl Streit

Gegründet 1865
Standort Hausach/DE
Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Klaus Henne, Prokurist Augustin Wölfle
Mitarbeiter 75
Einschnitt 330.000 fm (Plan 2012), Fichte/Tanne
Produkte Schnittholz frisch und trocken bis 9,5 m lang, Hobelware, tauch- und kesseldruckimprägnierte Ware
Absatz europaweit