Die Presse über LINCK

Ausrissfreie Seitenware

Bestehende Linie mit neuem Aggregat nachgerüstet

Mehrere Millionen Festmeter hatte das alte VPP-Aggregat bei Mayr-Melnhof Holz Leoben bereits in den Lagern. Nach 15 Jahren unermüdlichen Einsatzes war es an der Zeit, eine neue Anschaffung zu tätigen.

Millimetergenau eingepasst: Das neue Linck-Aggregat VPM 450
versieht seit dem Jahreswechsel seinen Dienst in Leoben
Ausrissfreie Seitenware kann man bei Mayr-Melnhof Holz
mit dem VPM 450 produzieren

Das VPP-Aggregat in der V30-Linie hatte buchstäblich ausgedient“, eröffnet DI (FH) Richard Metnitzer, Betriebsleiter bei Mayr-Melnhof Holz Leoben, das Gespräch. Kein Wunder – sind doch seit der Inbetriebnahme 1996 rund 7 Mio. fm über diese Anlage gelaufen. Mayr-Melnhof Holz bewältigt den Einschnitt in Leoben mit zwei Linck-Spaner-Linien: der V30 für Zopfdurchmesser bis etwa 25 cm sowie der V40 für größere Durchmesser. Die kleinere Linie versieht seit 15 Jahren ihren Dienst – teilweise im Dreischichtbetrieb. „Die Linie ist eigentlich auf eine Vorschubgeschwindigkeit von 120 m/min ausgelegt. Wie viele andere auch haben wir aber im Laufe der Zeit die Technik voll ausgereizt und fahren mit einem Tempo von 140 m/min“, meint Metnitzer schmunzelnd. Dies verursachte natürlich einen höheren Verschleiß. Hinsichtlich der Lagerdrehzahl war das alte Aggregat ebenfalls am Leistungslimit angelangt. Ein neues Aggregat musste her, beschloss man bei Mayr-Melnhof.

Das VPM 450 ist in der Vorschnittgruppe hinter dem Spaner installiert

Vorteile vereint euch!
Infrage kam dafür nur der Lieferant der Spanerlinie – Linck. Vor zwei Jahren brachte der baden-württembergische Hersteller ein neues Maschinenmodell auf den Markt, das den Sägewerken in mehrerlei Hinsicht Vorteile bringt. Neben bogenfolgendem Einschnitt sowie diagonaler Profilierung punktet das Aggregat VPM 450 vor allem mit der Erzeugung ausrissfreier Ware. Dies bestätigt auch Metnitzer nach viermonatiger Erfahrung mit dem neuen Aggregat. „Unsere Kunden fordern eine immer bessere Qualität, auch bei der Seitenware. Das war ebenso ausschlaggebend für unsere Entscheidung“, erklärt der Be-triebsleiter. Der Austausch erfolgte zum Jahreswechsel 2011/12. Der mechanische Umbau konnte innerhalb einer Woche durchgeführt werden – obwohl die Installation eine Herausforderung war. Aufgrund der gewachsenen Strukturen im Sägewerk waren die Platzverhältnisse sehr beengt. Das Dach musste komplett geöffnet werden, damit ein schwerer Kran das Aggregat an seine Position heben konnte. „Das war Millimeterarbeit“, erinnert sich Metnitzer. „Der Austausch hat aber reibungslos und nach Plan funktioniert.“ Mayr-Melnhof hat viel in Eigenregie erledigt. So wurde etwa zusätzlich ein Hängekran am neuen Hallendach mon-tiert, der künftige Wechsel von Werkzeugen oder Maschinenbauteilen wesentlich erleichtern soll.

Betriebsleiter DI (FH) Richard Metnitzer führte durch das Sägewerk

Sonderlösung
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wurde bei Mayr-Melnhof Holz nicht das Standardaggregat eingebaut, sondern von Linck eine Sonderlösung konzipiert. „Unser ,normales‘ VPM 450 hätte nicht Platz gehabt beziehungsweise es hätten die Mitarbeiter von Mayr-Melnhof nur sehr eingeschränkten Zugang zu den bestehenden Anlagen gehabt“, berichtet Frank Horstmann, Projektleiter bei Linck. „Im Wesentlichen haben wir uns für ein anderes Vorschubaggregat entschieden“, verdeut-licht Metnitzer bei der Besichtigung im Sägewerk.Vier Motoren mit je 75 kW liefern die Leistung für den neuen Eckenfräser. Diese sind – ebenso wie alle relevanten Hydraulikteile – außerhalb der Maschine angebracht. Bei Linck betont man vor allem die gute Einhausung und Dichtheit, damit möglichst wenig Staub austritt. Ein Vorteil ist die Optimierung der Seitenware. Theoretisch könnte man mit dem VPM 450 einen bogenfolgenden Einschnitt oder ein diagonales Profilieren der Seitenware am Stamm realisieren. „Aufgrund der geringen Durchmesser, die wir mit dieser Linie fahren, und aufgrund zusätzlich notwendiger Folgeinvestitionen ist das bei uns vorerst kein Thema. Wir könnten aber mit relativ geringem Aufwand springende Seitenware – also links und rechts unterschiedliche Dimensionen – produzieren“, führt Metnitzer aus. Linck hat den neuen Eckenfräser in die vorhandene Steuerung sowie Optimierung integriert. Im Falle der V30-Linie handelt sich um eine 2D-Optimierung.

Innenleben des VPM 450 – die Kreissägen sorgen für eine saubere Oberfläche

Sägeblatt und Fräskopf in einem
Der eigentliche Clou des neuen Aggregates ist die Werkzeugeinheit, die sich Linck patentieren ließ. Sie besteht aus einem Fräskopf sowie einem horizontalen und einem vertikalen Sägeblatt. Die Fräsmesser greifen dabei genau in die Lücke des Säge-blattes ein – dies ist nur durch eine mechanische Kopplung möglich, die mit einem extrem spielarmen Getriebe realisiert wurde. Die Sägeblätter dienen dem Vorschneiden. Der Fräser erledigt den Rest. Damit erhalten die Anwender eine saubere und ausrissfreie Holzoberfläche. Metnitzer hebt auch die verbesserte Zugänglichkeit des neuen Eckenfräsers hervor. „Da das Vorschubaggregat auszugseitig zur Gänze seitlich verfahrbar ist, geht der Werkzeugtausch wesentlich schneller und einfacher von sich. Außerdem gelangen dadurch die Mitarbeiter besser zur Vorschnittsäge. Das bringt einen Zeitvorteil.“

Auf zu den nächsten 6 Mio. fm
400.000 fm/J werden im Zweischichtbetrieb mit der V30-Linie bei Mayr-Melnhof in Leoben geschnitten. „Mit dem neuen Aggregat sind wir bestens gerüstet“, ist Metnitzer zufrieden. Parallel zur Schwachholzlinie ist die V40-Linie im Einsatz. „Auch hier wäre eine Installation des VPM 450 möglich“, denkt der Betriebsleiter schon in die Zukunft.