Die Presse über LINCK

Maresch setzt auf hohen Anteil an Bahntransporten

Rundholzanlieferung per LKW und Bahn
Im Sägenleitstand. Der Linienführer blickt hinaus auf die Rundholzzuführung und hat die Sägelinie im Rücken.
Die überdachte Sägenzuführung mit zwei parallelen Vermessungs-und Entrindungslinien
Rundholzaufgabe und Kurzholzplatz.
Der Holzvorrat wird beregnet, um ihn frisch zu halten.
Blick vom Leitstand auf den vorderen Teil der "V 50"-Profilierlinie

Mit aufgerüsteter Profilierlinie erreicht die Holzindustrie Maresch in Retz eine deutliche Leistungssteigerung

Die Holzindustrie Maresch (Retz in Niederösterreich) hat zur Jahreswende 2010/11 ihre Profilierlinie in wesentlichen Teilen erneuert. Das auf Leistung und Stückzahlen ausgerichtete Sägewerk ist ein Musterbeispiel für eine Bulk-Produktion: bei geringem Veredelungsgrad geht es hier um maximale Effizienz in der Schnittholzproduktion. Reibungslos muss die Logistik laufen, und zwar vom Wald zum Werk und auch vom Werk zu den Kunden. Maresch setzt dabei stark auf Bahntransporte. Im Werk hat die Linienverfügbarkeit hohe Priorität. Ein Einsatzort, der die Leistung einer Linck-Profilierlinie abruft.

Als Großsägewerk muss man heute alle Dimensionen abnehmen, die die Forstwirtschaft anzubieten hat, sagt Maresch-Betriebsleiter Horst Grötz. Sonst ist man kein guter Partner und bekommt nicht genug Holz zur Auslastung, geschweige denn für weiteres Wachstum. Das war wohl das entscheidende Argument für die Holzindustrie Maresch (Inhaber ist seit 1969 die Familie Ernst Schlögl), die 2001 installierte "V 30"-Linie grundlegend zu überholen und dabei aufzurüsten. Bei Zopfdurchmessern von 50 cm stieß man an Grenzen, ebenso beim Vorschub, wenn es mal über 150 m/min hinaus gehen sollte. 700000 Fm Einschnitt waren im Zweischichtbetrieb erreichbar. Außerdem stellte sich nach zehn Jahren im Zweischichtbetrieb schon mal die eine und andere Störung ein. Wobei die Minimierung von Stillstandszeiten, d. h. eine hohe Linienverfügbarkeit, eines der zentralen Ziele bei Maresch ist. Man konzentriert sich auf das Sägen: Hier wird mit einer einzigen Sägelinie mit hoher Leistung viel Schnittholz erzeugt, wobei an den Ausbeutewerten auch hier ständig gefeilt wird. Flexibilität in puncto auf Produktmaße und Losgrößen und möglichst viel Wertschöpfung pro Kubikmeter Holz sind hier nicht die zentralen Produktionsziele, sondern eher Randparameter. Denn die Weiterveredelung erfolgt seitens der Industriekunden, selbst die Holztrocknung. Sortieren, eventuell tauchen zum Bläueschutz der frischen Ware, paketieren und raus: Das unterscheidet das Sägewerk Retz von den meisten anderen Sägewerken. Entsprechend fehlt hier auch ein Biomasse-Heizkraftwerk. Bis vor vier Jahren betrieb das Unternehmen im nahen Niederfladnitz parallel noch ein Bauholz-Gattersägewerk. Aus diesem 1928 gegründeten Betrieb mit angeschlossener Zimmerei ist das heutige Exportsägewerk in Retz (100 km nordwestlich von Wien) hervorgegangen. Heute wird konsequent auf diesen neuen Standort gesetzt. Ausgewählt wurde Retz wegen großer verfügbarer Flächen auf vormals landwirtschaftlich genutztem Gelände an der Gleismagistrale Wien-Prag. 1995 begann die Auslagerung mit dem Aufbau eines Sortierund Versandwerks und Lagerplatzes. Das neue Sägewerk ging 2002 in Betrieb und wurde Schritt für Schritt erweitert. Es belegt heute 25 ha Fläche, wobei immer noch Reserven vorhanden sind. Die heute drei Werksgleise wurden erst nach und nach gebaut. Zunächst war der Arbeitsfluss auf dem Gelände zu optimieren, ehe man auf Wachstumskurs gehen konnte. Jetzt ist das Sägewerk in seiner Wachstumsphase angekommen, allerdings passt die Nachfrage derzeit nicht so ganz. Mit der aufgerüsteten Linck-Linie ist für 2011 der Einschnitt von 900000 Fm geplant.

Schnittholz-Verladeplatz mit der Waggon-Beschickung im Hintergrund
Bei Maresch wird sehr auf die Verkürzung der Linien-Stillstandzeiten geachtet. Hier der Werkzeugwagen mit vorbereiteten Sägepaketen.
Ein Werkzeugwechsel an der Nachschnittsäge dauert mit dem System...
...von Linck, bestehend aus Kran und Wagen,...
...nur zwischen sechs und acht Minuten.
Haupt- und Seitenwaretrennung hinter der Nachschnittkreissäge

Märkte austariert. Der Absatz in die angestammten Märkte, das sind jeweils zu 15 bis 20% Österreich, Deutschland, die Levante-Länder und Großbritannien, außerdem noch etwas Italien, wird aber bewusst austariert, um nicht von zu wenigen Märkten abhängig zu sein. Ob Maresch auch in zehn Jahren noch frisch ausliefert, dafür will Horst Grötz seine Hand allerdings nicht ins Feuer legen. Die Ansprüche an die Technik im Sägewerk sind hoch. Damit sie immer funktioniert, wird regelmäßig investiert und nicht solange gewartet oder repariert, bis etwas endgültig kaputt ist. Es geht aber nicht nur um den rechtzeitigen Ersatz, berichtet Horst Grötz, sondern auch darum, technologisch immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Was sich bewähren könnte und die Produktion verbessert, wird eingebaut. Ein Röntgen-Scanner zur Ermittlung der inneren Holzqualität ist aber auch hier noch nicht installiert. Für etwa 3,5 Mio. Euro für die Sägelinie und notwendige Änderungen an der Mechanisierung, wobei die alten Maschinen vom Hersteller in Zahlung genommen wurden. Die neue Linck-Linie kann jetzt Stockdurchmesser bis 65 cm (mind. 10 cm Zopf) verarbeiten und bis zu acht Seitenbretter pro Stamm abtrennen. Sie wurde um eine Seitenbrettoptimierung Vor-und Nachschnitt (bisher Festeinhang) und diagonale Modeloptimierung im Nachschnitt nachgerüstet. Die neue Seitenbrettoptimierung habe die Schnittholzausbeute um etwa 1,5 % verbessert, bestätigt Grötz. Das benötigte Rundholz, das ist zu 85 % Fichte, zu 10 bis 15 % Kiefernholz und noch etwas Lärche, kommt aus einem 200 km großen Radius ums Werk, also aus Niederösterreich und der Tschechischen Republik, im Kalamitätsfall auch schon mal von weiter her. Etwa 70 % (!) des Holzes wird mit Ganzzügen angeliefert, z. B. aus Tschechien, der Rest kommt mit LKWs. Die vielen Bahntransporte halten den Gleisanschluss Retz am Leben. Und die Zusammenarbeit mit der ÖBB sei gut, lobt Betriebsleiter Grötz die Staatsbahn. Und so verlässt auch viel Schnittholz (90 %) das Werk wieder mit der Bahn, z. B. solches, das im Adriahafen Koper verschifft wird. Auch der Verkauf ist darauf abgestellt. Zwei Waggons nennt Betriebsleiter Grötz als Mindestbestellmenge. Hackschnitzeltransporte gehen ganz per Bahn an die kunden, Sägemehltransporte hingegen erst zu 20%, wenn auch mit steigender Tendenz. Zur Firmenphilosophie gehört außerdem absolute Sauberkeit im Sägewerk. Absaugungen an allen Maschinen wurden schon bei der Maschinenbestellung eingeplant. Ein Springer in der Produktion sorgt in Leerlaufzeiten grundsätzlich für Sauberkeit in der Linie. Produziert wird in zwei Schichten an fünf Tagen, abhängig von der Auftragslage gelegentlich auch mal eine Schicht am Samstag. Notwendige Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit nachts erledigt. Der Einschnitt erfolgt vorsortiert, normal Stock voraus, kann aber auch schon mal Zopf voraus sein. der Linienführer hat die Stammdrehung im Rücken und blickt - typisch für Linck-Profilieranlagen - aus der Halle heraus auf die Rundholzaufgabe, die wechselseitig von zwei Seiten mit Abschnittenvon 2,50 bis 5,50 m Länge beschickt wird. Der Sägelinie vorgeschaltet ist ein großer überdachter Zuführbereich mit zwei parallelen Entrinderlinien mit Messrahmen, VK-Entrindern, Spiralvereinzelern und Metalldedektoren. Die Rundholzaufgabe wird mit Log-Handlern beschickt, die die vorsortierten Abschnitte von zwei beregneten Rundholzlagerplätzen heranfahren, einer für Langholz bis 15 m und Abschnitte, ein zweiter nur für Abschnitte. Betrieben wird das Werk von 160 Mann Personal, von denen 28 der Verwaltung zugeordnet sind. In der Sägehalle arbeiten 13 Mann pro Schicht, die übrigen verteilen sich auf Rundholzplatz und den umfangreichen Fuhrpark an Flurförderfahrzeugen wie Stapler, Bagger, Log-Handler und Stacker.

Umbau in nur einem Monat. Der Umbau der Sägelinie ging in sehr kurzer Zeit, d.h. in der Hauptsache während der üblichen Weihnachtspause bei Maresch über die Bühne. Die alte Linie wurde am 17. Dezember 2010 abgestellt, am 22. Januar konnte mit der auf "V 50" umgerüsteten Linie die Produktion wieder aufgenommen werden. Neu eingebaut wurden ein Vorschnittspaner ("VM50"), eine Einzugsvorrichtung "EVP 50" für die Nachschnitteinheit, ein Nachschnittspaner "VM50", ein Profilieraggregat "VPM", eine Nachschnittsäge "CSMK425-AlIB1" mit Werkzeugwechselvorrichtung und eine neue Drehvorrichtung "DV 7-2". Das neue Fräsaggregat "VPM" von Linck, eine Kombination aus Fräskopf und synchron laufendem, rechtwinklig dazu angeordnetem Kreissägeblatt, wurd hier erstmalig eingebaut, und zwar in der (nachrüstfähigen) Standardvariante*. Es reduziert Ausrisse und liefert eine bessere Oberflächenqualität. Bei optimierendem Einschnitt benötigt die Profilierlinie für die Werkzeugverstellung nur 90 bis 150 cm Abstand zwischen den Abschnitten. Und bei Festeinhang kann die Lücke bis auf 10 cm reduziert werden. Für den Betriebsleiter entscheidender als die Ausbeutesteigerung ist aber die Leistungssteigerung durch höhere Linienverfügbarkeit und die höheren Vorschubgeschwindigkeiten, die bis 170 m/min reichen. Die stärkeren Motoren und die größere Masse der Maschinen mache sich positiv bemerkbar, die Linie laufe deutlich ruhiger, berichtet Betriebsleiter Horst Grötz. Unterdessen laufen schon wieder die nächsten Investitionen. Demnächst wird ein neues Verwaltungsgebäude bezugsfertig. In der Planung für die zweite Jahreshälfte ist die Erneuerung der Restholzentsorgung.

* Es gibt die "VPM" auch in einer nickenden Version (für diagonales Profilieren der Seitenbretter) und in einer schwenkenden Ausführung (für aktiv bogenfolgenden Nachschnitt).

Alle spanenden Maschinen werden konsequent abgesaugt, um die Anlage sauber und damit betriebsbereit zu halten
Die Schnittholzpaketierung mit Paketpresse (im Vordergrund) ganz am Ende der Produktionslinie